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Spannend bis zur letzten Seite

Der siebte Tod - Paul Cleave

Ich habe dieses Buch in Vorbereitung auf den zweiten Band Opferzeit gelesen, denn erst du diesen bin ich überhaupt erst auf Paul Cleave aufmerksam geworden. Ja ich weiß, Asche auf mein Haupt, denn dieser Autor ist brilliant. Doch erst einmal zum Buch :)

 

Der Einstieg in "Der siebte Tod" ist spannend und vielleicht ein wenig brutal. Als Leser wird man direkt ins Geschehen geworfen und lernt die Situation aus Sicht des Täters kennen. Diese Erzählperspektive zieht sich über das gesamte Buch. Joe, der Täter ist die Hauptperson und führt als solche durch das gesamte Buch. Neben ihm gibt es jedoch noch einige weitere Figuren in "Der siebte Tod", die eine ähnlich wichtige Rolle einnehmen. Allen voran betrifft dies natürlich Sally, deren Sicht der Dinge ebenfalls immer mal wieder eingeworfen wird. Dadurch schafft Paul Cleave für den Leser ein rundes Bild, gibt ihm verschiedene Informationen, welche die Hauptperson zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht hat.

 

Die Charaktere selbst sind hervorragend angelegt. Auch wenn Joe sicherlich ein Psychopath ist, so schafft es Paul Cleave doch die sympathische Seite dieses Mannes bis zu einem gewissen Grad mit aufzuzeigen. Ich habe mich mehrfach dabei ertappt, wie ich mit Joe gefiebert habe - erschreckend. Eigentlich ist der Böse auch immer jene Figur im Buch, die mich am wenigsten überzeugen kann. Hier jedoch ist sie der Dreh- und Angelpunkt und eben auch der Charakter, der mich am meisten fesselte. Dies liegt nicht zuletzt an der doch eher gestörten Beziehung zu seiner Mutter, die ihn nervlich an seine Grenzen bringt ohne dass er etwas unternehmen könnte.

 

Dadurch schafft Paul Cleave ein umfassendes Bild seiner Hauptfigur, des Täters bei zahlreichen Morden und sichert ihm gleichzeitig die "Sympathie" des Lesers. Ungewöhnlich und hätte mir jemand gesagt, dass dies so möglich wäre, ich hätte ihm vermutlich einen Vogel gezeigt. Doch das ist nebensächlich ;) Die Handlung an sich ist gut und logisch aufgebaut. Sie gleicht keiner filigran gesponnenen Struktur, die mich bei anderen Büchern fasziniert, doch sie fesselt gleichermaßen. Dieses Buch ist spannend bis zur letzten Seite, schlaflose Nächte brachte es mir allerdings nicht. Daher vergebe ich auch "nur" 4 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung an jeden Thriller-Fan.